Die Kinder der Toten

Plakat

Produktion

DarstellerInnen

An­drea Mai­er

(Karin),

Gre­ta Kost­ka

(Mutter),

Klaus Un­ter­rie­der

(Förster),

Ge­org Bey­er

(Big P.), lokale Bevölkerung und BesucherInnen des

stei­ri­schen herbs­tes

Filmpremiere

Filmpremiere |

5.4.2019

Ber­li­na­le Sek­ti­on Fo­rum

Kinostart | 5.4.2019

Stadt­ki­no Wien

Dauer: 92 min

DVD

Cop­per, Kel­ly

/

Liš­ka, Pa­vol

:

Die Kinder der Toten. DVD.

Wien

:

Ho­anzl

2019

(= Der österreichische Film, Edition Der Standard 312)

.

Abdruck

Preise

Der Film wurde bei der Berlinale 2019 in der Kategorie Forum mit dem Preis der Fédération Internationale de la Presse Cinématographique (FIPRESCI) ausgezeichnet. Beim Buenos Aires International Festival of Independent Cinema (BAFICI) 2019 erhielt er den Grand Jury Preis.

 

Karin Schiefer: Bei DIE KINDER DER TOTEN gibt es eine zusätzliche, literarische Ebene in Form des gleichnamigen Romans der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Kannten Sie ihre Romane schon vorher? Wie sind Sie auf dieses Buch gestoßen? Was waren Ihre ersten Eindrücke davon?

Kelly Copper: Natürlich hatten wir schon lange vorher Elfriede Jelineks Bücher gelesen, aber immer in Übersetzungen. Unsere deutschen Sprachkenntnisse sind nicht besonders umfangreich. Und für „Die Kinder der Toten“ gibt es bisher noch keine englische Übersetzung, weshalb man sagen muss, dass unser Zugang zu dem Roman – speziell, selektiv – überwiegend auf der Basis von Beschreibungen der Lektüre anderer Personen beruhte. […] Dann erhielten wir die Einladung, ein Projekt in der Steiermark zu realisieren. Wir suchten nach einem Text mit einem Bezug zu der Region – tatsächlich ist „Die Kinder der Toten“ tief in der Steiermark verankert. Ich würde sagen, die Landschaft, die Natur spielt in dem Buch eine Hauptrolle – gewissermaßen als Gegenspieler der Menschen, mit den Erdrutschen, Lawinen, den sintflutartigen Regenfällen. Man bekommt dieses Gefühl von Bedrohung, von einer drohenden Gefahr, die von der Natur ausgeht. […]

Ein anderes Thema, für das wir uns im Rahmen dieses Projekts interessierten, waren spezielle Filmgenres. Wir interessierten uns für den Heimatfilm als Genre, und über Jelineks Text kam auch der Zombiefilm mit ins Spiel. Tatsächlich hat Elfriede Jelinek erzählt, dass „Die Kinder der Toten“ von einem amerikanischen B-Movie, dem Horrorfilm CARNIVAL OF SOULS von Herk Harvey, inspiriert ist. […]

Karin Schiefer: Der Film beginnt und endet mit Geräuschen und Bildern eines analogen Filmprojektors. Sie nehmen die Zuschauer*innen auf diese Weise mit in einen Film im Film. Wie kamen Sie auf diese besondere narrative Rahmung?

Kelly Copper: In unserer Version des Romans „Die Kinder der Toten“ ist der Film zugleich eine Art Figur wie auch das Medium, durch das die Toten wieder zum Leben erweckt werden. Dieses Element ist nicht in Jelineks Roman enthalten, sondern nur in unserer Version. Film ist ein Medium der Übertragung, nicht nur der Handlung, sondern auch des Geistes. Er bildet eine direkte Verbindung zur Welt der Geister. Zur Vergangenheit. Das Bild des Projektors zu Beginn des Films soll die Idee in den Vordergrund stellen, dass Film nicht nur ein technisches, sondern ein spirituelles Medium ist.

aus: Schiefer, Karin: „Film ist nicht nur ein technisches, sondern ein spirituelles Medium“. https://www.arsenal-berlin.de/berlinale-forum/programm-forum/hauptprogramm/die-kinder-der-toten.html (11.2.2019), datiert mit Jänner 2019 (= Website von Arsenal. Institut für Film und Videokunst).

Mehr unter Filme

Bearbeitungen von anderen