rotwäsche

Performance des Experimentaltheaters Fleischerei, 2008. Foto: Archiv FLEISCHEREI

Abdrucke

Abbildung des zweiseitigen Typoskripts

Aufführungen

 

rotwäsche entstand im Kontext von Jelineks Aktivitäten in der 1968er-Bewegung. Zusammen mit dem Komponisten

Wil­helm Zobl

plante sie in dieser Zeit politisch-künstlerische Aktionen. Das Aktionsstück rotwäsche, das sie in Zusammenarbeit mit

Zobl

konzipierte, sah die Mitwirkung Jelineks und des Malers

Ara­mis

vor und sollte von einer Tonbandcollage begleitet werden. Es war für einen Underground-Keller bei Stuttgart geplant, blieb jedoch unrealisiert.

Der Text weist durchgängige Kleinschreibung auf und besteht ausschließlich aus Szenenanweisungen: Neben elfriede und aramis, die sich zu Beginn im Publikumsraum befinden und mit den ZuschauerInnen sprechen sollen, sind auch „ordner aus tübingen“, die die Bühne bewachen und die Ausgänge besetzen sollen, sowie ein eingeweihtes „opfer“ bei der Aktion vorgesehen. Zahlreiche Requisiten und eine Waschkugel sollen sich auf der Bühne befinden. Die Bühne soll mit Stacheldraht vom Publikum abgeschirmt werden. Im Zuge der Aktion sollen die Kleider von elfriede und aramis in roter Farblauge gewaschen, Gegenstände (Binden, Präservative etc.) ins Publikum geworfen und Personen von den „ordnern“ mit

Ge­walt

aus dem Zuschauerraum entfernt werden. Abschließend sollen elfriede und aramis den Raum verlassen, nachdem eine Flasche Buttersäure entleert wurde. Das Publikum soll eingesperrt und dem Gestank und lauten Geräuschmontagen vom Tonband ausgesetzt werden.

Bei der ersten und bislang einzigen Aufführung, die 2008

Eva Bren­ner

inszenierte, wurden die Szenenanweisungen nicht umgesetzt, sondern gelesen, während eine Leinwand mit roter Farbe bemalt wurde.